Black Friday fällt 2026 auf den 27. November, Cyber Monday auf den 30. November. Für viele Shops sind das die umsatzstärksten Tage des Jahres, und die Tage, an denen Mitbewerber und Verbände am genauesten auf Streichpreise schauen. Seit dem EuGH-Urteil C-330/23 muss sich jeder beworbene Rabatt auf den niedrigsten Preis der 30 Tage davor beziehen. Hier ist, was das für deine Black-Friday-Planung heißt.
Welche Preise für Black Friday zählen
Maßgeblich ist der niedrigste Preis, den du in den 30 Tagen vor Beginn der Ermäßigung verlangt hast (§ 11 Abs. 1 PAngV, in Österreich § 9a Abs. 1 PrAG). Der EuGH hat 2024 klargestellt: Nicht nur der Hinweis, auch der Rabatt selbst, also Streichpreis und Prozentangabe, wird von diesem Preis aus gerechnet.
| Aktionsbeginn | Diese Preise zählen |
|---|---|
| Black Friday, 27. November | 28. Oktober bis 26. November |
| Black Week ab Montag, 23. November | 24. Oktober bis 22. November |
| Cyber Monday, 30. November (eigene Aktion) | 31. Oktober bis 29. November |
Das heißt auch: Wer den regulären Preis im November anhebt, gewinnt nichts. Der niedrigere Preis aus den Wochen davor bleibt der Bezugspreis.
Stolperfalle 1: Halloween und Singles’ Day
Halloween (31. Oktober) und Singles’ Day (11. November) liegen mitten im Zeitraum. Jede Aktion dort senkt den Bezugspreis für Black Friday.
| Preis | |
|---|---|
| Regulärer Preis | 120,00 € |
| Singles’ Day, 11. November | 99,00 € |
| Ab 12. November wieder | 120,00 € |
| Black Friday | 89,00 € |
Durchgestrichen werden darf am Black Friday nur 99,00 €, der Rabatt beträgt rund −10 %. Mit 120,00 € und „−26 %“ zu werben, wäre genau das, was der EuGH untersagt hat. Wenn du für Black Friday große Rabatte zeigen willst, verzichte im November auf Zwischenaktionen für dieselben Produkte.
Stolperfalle 2: Cyber Monday nach einer Pause
Viele Shops beenden die Black-Friday-Preise am Wochenende und starten am Montag eine neue Aktion. Entscheidend ist, ob der Preis dazwischen wieder steigt.
| Preis am Wochenende | Bezugspreis am Cyber Monday | Rabatt bei 70,00 € | |
|---|---|---|---|
| Pause: Sonntag wieder 100,00 € | 100,00 € | 80,00 € (Black-Friday-Preis) | rund −12 % |
| Durchgehend: 80,00 €, Montag 70,00 € | 80,00 € | 100,00 € (Preis vor der ersten Stufe) | −30 % |
Wird eine Ermäßigung ohne Unterbrechung schrittweise vertieft, bleibt der Preis vor der ersten Stufe der Bezugspreis (§ 11 Abs. 2 PAngV, § 9a Abs. 1 Satz 2 PrAG). Mit einer Pause beginnt eine neue Ermäßigung, und der Black-Friday-Preis wird zum Tiefstpreis. Plane die Black Week deshalb als durchgehende Aktion, wenn du am Ende tiefer gehen willst.
Stolperfalle 3: Weihnachten und Jahresende
Der Black-Friday-Preis bleibt 30 Tage lang im Fenster. Ein Beispiel: Ein Produkt kostet regulär 99,00 €, von 27. bis 30. November 79,00 €, danach wieder 99,00 €.
- Eine Weihnachtsaktion am 14. Dezember für 89,00 € liegt über dem Black-Friday-Preis. Sie darf nicht als Ermäßigung beworben werden, auch nicht mit „statt 99,00 €“.
- Erst für Aktionen ab 31. Dezember fällt der Black-Friday-Preis aus dem Fenster, sofern du im Dezember nicht wieder günstiger warst.
In Österreich betrifft das auch den Einkaufstag am 8. Dezember: Eine Aktion an diesem Tag misst sich am Black-Friday-Preis.
Rabattcodes und „−20 % auf alles“
- Gutscheincodes für alle, etwa „BLACK20 für alle“, sind keine individuellen Ermäßigungen. Ob sie als Preisermäßigung gelten, ist nicht abschließend geklärt. Sicherer ist es, sie so zu behandeln: Der Gutscheinpreis zählt dann für die 30 Tage danach als niedrigster Preis.
- Rabatte aufs ganze Sortiment wie „−20 % auf alles“ beziehen sich für jedes Produkt auf dessen eigenen Tiefstpreis. War ein Produkt vor Kurzem schon reduziert, ist es gegenüber diesem Preis womöglich gar nicht um 20 % günstiger.
- „Bis zu −50 %“ sollte nur werben, wer diesen Rabatt vom Tiefstpreis aus gerechnet bei Produkten der Aktion auch erreicht.
Werbung außerhalb des Shops
Newsletter, Instagram, Google Shopping und Prospekte nennen oft dieselben Rabatte wie der Shop. Für sie gilt dieselbe Regel. Am einfachsten ist es, Zahlen nur an einer Stelle zu berechnen, im Shop, und Feeds sowie Newsletter daraus zu übernehmen.
Zeitplan bis Black Friday
| Wann | Was |
|---|---|
| Bis 27. Oktober | Reguläre Preise festlegen. Ab 28. Oktober zählt jeder verlangte Preis. |
| November | Keine Zwischenaktionen für Black-Friday-Produkte, Preise nicht anheben. |
| Woche vor Black Friday | Streichpreise, Prozent-Badges, Feeds und Newsletter-Texte gegen den Tiefstpreis prüfen. |
| Black Friday bis Cyber Monday | Rabatte nur ohne Unterbrechung vertiefen, Preisverlauf aufbewahren. |
| Dezember | Weihnachtsaktionen am Black-Friday-Preis messen. |
Checkliste
- Bezugspreis jedes Aktionsprodukts ist der Tiefstpreis der 30 Tage vor Aktionsbeginn.
- Streichpreis und Prozentangabe rechnen von diesem Tiefstpreis.
- Der Tiefstpreis steht als Hinweis nah am Preis.
- Produkte ohne echten Rabatt erscheinen nicht als Angebot.
- Cyber Monday schließt ohne Preispause an Black Friday an, oder rechnet vom Black-Friday-Preis.
- Newsletter, Social Media und Feeds nutzen dieselben Zahlen wie der Shop.
- Der Preisverlauf ist als Nachweis gespeichert.
Wie du den Tiefstpreis in Sonderfällen berechnest, zeigt der Artikel Niedrigster Preis der 30 Tage berechnen. Die österreichischen Besonderheiten findest du unter § 9a Preisauszeichnungsgesetz.
So hilft Strikewise bei Black Friday
Strikewise zeichnet jede Preisänderung deines WooCommerce-Shops auf und rechnet genau nach diesen Regeln: das Fenster vor Aktionsbeginn, Pausen zwischen Aktionen und schrittweise Rabatte. Der Streichpreis wird automatisch zum Tiefstpreis der 30 Tage, Scheinrabatte erscheinen nicht als Angebot, und Gutscheincodes für alle kannst du als öffentliche Aktion markieren. Das alles ist gratis.
Je früher du installierst, desto vollständiger ist die Preis-Historie zu Black Friday. Fehlt ein früherer Preis, trägst du ihn im Produkt nach. Mit Premium prüft der Sale-Planer deine Black-Friday-Rabatte, bevor sie live gehen.